Ausgangslage
Wer Standorte, Reisende oder Lieferanten im Ausland hat, muss schnell wissen, ob ein Erdbeben, ein bewaffneter Konflikt, ein Großbrand oder ein Krankheitsausbruch ihn betrifft. Die Informationen dazu liegen verstreut: Reisehinweise mehrerer Außenministerien, Erdbeben- und Wetterdienste, Satellitendaten zu Bränden, Gesundheitsbehörden und die laufende Nachrichtenlage. Jede Quelle hat ihr eigenes Format, ihren eigenen Takt und ihre eigene Art, einen Ort anzugeben — mal als Koordinate, mal als Land, mal als Wetterzone.
Die Beratung wollte ihren Kunden diese Lage an einer Stelle zeigen — als Teil ihrer bestehenden Software-Suite, nicht als weiteres Werkzeug mit eigenem Login. Das Lagebild sollte dieselben Konten, Organisationen und Rollen nutzen wie die übrigen Module und die Daten jeder Organisation streng von denen anderer trennen.
Dazu kam eine Bedingung, die oft unterschätzt wird: Weil das Lagebild kommerziell angeboten wird, kamen nur Quellen in Frage, deren Nutzungsbedingungen das ausdrücklich erlauben. „Frei im Netz verfügbar“ heißt nicht „frei kommerziell nutzbar“ — und manche Anbieter lizenzieren denselben Datensatz an verschiedenen Stellen unterschiedlich.
Lösung
Wir haben ein Lagebild entwickelt, das Ereignisse aus offenen Quellen automatisch einsammelt, verortet und nach Schwere einstuft und sie auf einem interaktiven 3D-Globus oder einer Weltkarte zeigt — mit chronologischem Feed, Detailkarte und Länderseiten. Jedes Ereignis ist mit den amtlichen Reise- und Sicherheitshinweisen seines Landes verknüpft, ergänzt um Sanktionsregime und Fluchtbewegungen. Der Ereignis-Feed ist für alle gleich; Standorte, gespeicherte Ansichten und Alarmregeln gehören allein der jeweiligen Organisation oder Person.
Viel Arbeit steckt in der Qualität der Daten. Liefert eine Quelle nur Koordinaten, ermittelt ein hinterlegtes Landraster das Land — ein Waldbrand im Amazonas landet so bei Brasilien und nicht im Ozean. Aus Nachrichtenmeldungen wird ein Konflikt erst, wenn eine benannte bewaffnete Partei beteiligt ist und mindestens zwei verschiedene Medien berichten. Und fällt eine Quelle aus oder liefert sie leer, bleibt ihr letzter Stand stehen, statt dass eine ganze Ebene unbemerkt verschwindet.
Jede Quelle kam erst nach Prüfung ihrer Nutzungsbedingungen hinzu — der Bedingungen des konkreten Kanals ebenso wie der allgemeinen des Anbieters. Mehrere bekannte Quellen haben wir deshalb bewusst weggelassen. So fehlen etwa die Ausbruchsmeldungen der WHO, deren Bedingungen die kommerzielle Nutzung einschränken; Krankheitsausbrüche kommen stattdessen von der US-Gesundheitsbehörde CDC und dem europäischen ECDC. Die Quellenangaben wandern automatisch in jeden Bericht und jeden Export.
- Konflikte, Naturgefahren, Proteste und Krankheitsausbrüche, bis zu viertelstündlich aktualisiert
- Reisehinweise von Auswärtigem Amt, US-Außenministerium und britischem Foreign Office je Land
- Länder-Lageindex mit Stufen und Hinweis, wenn ein Land ungewöhnlich von seinem Normalmaß abweicht
- Eigene Standorte per Import, automatisch geokodiert, mit Entfernung zu jedem Ereignis
- Alarmregeln in der App, sofort per E-Mail oder als tägliche Zusammenfassung — höchstens sechs Sofort-Mails in 24 Stunden, der Rest kommt gesammelt
- Referenzebenen mit Meerengen, Häfen und Kernkraftwerken: Liegt ein Ereignis nahe einer Meerenge, nennt die Detailkarte, was im Umkreis liegt — beschreibend, ohne Folgen zu behaupten, die die Daten nicht hergeben
- Lagebericht auf Knopfdruck: als Text, Druckfassung mit Karte, GeoJSON und CSV
- Rückblick auf jeden der letzten 30 Tage, mit den damals gültigen Reisehinweisen
- Quellenstatus im Blick: Fällt eine Quelle aus, bleibt ihr letzter Stand sichtbar und der Ausfall wird angezeigt
Ergebnis
Was das im Alltag bedeutet, zeigen drei Beispiele: Bebt die Erde in der Nähe eines Werks, rückt die Meldung in der Sortierung nach eigenen Standorten nach oben, mit der Entfernung in Luftlinie — und wer eine Alarmregel für die Umgebung der Standorte angelegt hat, bekommt eine E-Mail mit Link direkt auf die Meldung. Steigt ein Land, in das Mitarbeitende reisen, im Lageindex in eine höhere Stufe, meldet das eine Stufen-Regel. Und für die Lagebesprechung druckt das Krisenteam den Lagebericht eines Landes aus: mit Karte, Meldungen, Reisehinweisen und Quellenangaben.
Die Beratung hat ihre Suite um ein globales Lagebild erweitert, das sich nahtlos einfügt: dasselbe Konto, dieselben Organisationen und Rollen, dasselbe Erscheinungsbild. Statt ein Dutzend Quellen einzeln zu verfolgen, können die Teams ihrer Kunden die Lage an einer Stelle verfolgen. Wartung und Weiterentwicklung liefern wir laufend aus einer Hand.
- Ein Lagebild statt eines Dutzends einzelner Quellen
- Alarme, sobald ein Ereignis eigene Standorte betrifft
- Kommerziell nutzbar: nur Quellen mit geprüfter Lizenz, Quellenangaben in jedem Export
- Kein weiteres Konto: Anmeldung, Rollen und Mandanten aus der bestehenden Suite